Im Mai 2026 stand Adrian F. vor Gericht. Der Fall sorgte für grosse Aufmerksamkeit und wirft eine zentrale Frage auf: Wie berichten Medien verantwortungsvoll über eine solche Tat?
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Am 13. Februar 2024 tötet Adrian F. im gemeinsamen Haus in Binningen seine Frau. Anschliessend beseitigt er ihre Leiche, geht joggen und mit den Kindern essen. Währenddessen ruft er seine Frau immer wieder aufs Handy an. Am Abend findet der Vater des Opfers, der nach seiner Tochter sucht, ihre Überreste im Keller des Hauses.
Adrian F. wird noch vor Ort verhaftet und kommt wenig später in Untersuchungshaft. Mehrfach beantragt Adrian F. daraufhin seine Entlassung, eines der Gesuche zieht er bis ans Bundesgericht. Durch das öffentlich zugängliche Bundesgerichtsurteil werden erstmals die Details über den Fall bekannt. Verschiedene Medien greifen daraufhin die Geschichte auf und verbreiten auch die grausamsten Einzelheiten der Tat – teils mit Namen und Bildern des Opfers und dessen Familie. Einige Medien werden für ihre Berichterstattung später vom Presserat gerügt.
Im Mai 2026 kommt der Fall vor das Strafgericht Muttenz. Rund hundert Menschen versammeln sich am Tag der Urteilsverkündung vor dem Gericht, um Sofia B. zu gedenken und ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.
Das Gericht spricht Adrian F. nach dem zweitägigen Prozess wegen Mordes und Störung des Totenfriedens schuldig und verhängt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Adrian F. hat es weitergezogen. Er sagt, in Notwehr gehandelt zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Wie lief der Prozess genau ab? Welche Verantwortung tragen Medien in der Berichterstattung zu einer solchen Tat? Und warum hat gerade dieser Fall eine solche gesellschaftliche Wirkung entfaltet?
Recherchedesk-Reporterin und «Apropos»-Host Alexandra Aregger war beim Prozess in Muttenz dabei. In der letzten Folge der «Unter Verdacht»-Serie berichtet sie über das Verfahren und die Reaktionen auf das Urteil. Gerichtsreporter Thomas Hasler ordnet zudem die medienethischen Fragen und den aussergewöhnlich emotionalen Ton der Urteilsverkündung ein.
Gast: Alexandra Aregger
Host: Sara Spreiter
Skript: Valeria Mazzeo, Sara Spreiter
Schnitt und Produktion: Valeria Mazzeo
Expertin: forensische Psychologin May Beyli
Experte: langjähriger Gerichtsreporter Thomas Hasler
Hier lesen Sie unsere Berichterstattung über den Fall Binnigen:
Hilfe bei häuslicher Gewalt
Häusliche Gewalt umfasst nicht nur körperliche, sondern auch psychische oder sexuelle Gewalt. Hier finden Betroffene und Drittpersonen Hilfe: